23 | 07 | 2017
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In der Halle des Bergkönigs / Altes Kalkbergwerk Miltitz

Am 6.11.2010 machten sich unsere Höhlentaucher Oliver und Susi früh am Morgen auf den Weg nach Sachsen. Das Ziel war das Alte Kalkbergwerk Miltitz.

Nach etwa 5 Stunden Autofahrt standen wir gegen 8:00 Uhr am Eingang des Bergwerks, wo uns Peter vom Tauchtreff Dresden herzlich begrüßte. Nachdem wir unsere Stageflaschen am Einstieg deponiert hatten, erfolgte das Briefing in der Säulenhalle, die schon allein mit ihren beleuchteten Gewölben und dem glasklaren See ein Gefühl von Ehrfurcht und Faszination hervorruft.

Es besteht die Möglichkeit, das „Gerödel“ in Peters VW-Bus zu laden und hinunterfahren zu lassen. Das Tauchgerät kann dann an den Bänken angelegt werden. Die waren jedoch schon fast alle belegt, da eine große Gruppe aus Tschechien bereits vor Ort war. Wir haben uns daher entschieden, unsere Geräte am Auto anzulegen und die 90 Meter unter Tage zum Einstieg zu laufen.

Der Einstieg in den See lässt sich über eine Rampe mit breiten Stufen bequem meistern, auch die Stageflaschen können dort einfach angelegt werden. Nach dem Bubble- und Lampencheck ging es auch schon los.

Das Tauchen in Miltitz kann man nicht mit dem klassischen Höhlentauchen vergleichen, da das Bergwerk komplett verwinkelt ist und eher einem Schweizer Käse gleicht. Daher haben wir uns für den ersten Tauchgang guiden lassen. Der Hauptgang im 6 m Bereich ist mit einer fest verankerten, dicken Leine versehen und stellt einen Rundkurs dar. Vom Hauptgang führen weitere Gänge kreuz und quer über steinerne Treppen nach unten und durch Kammern und Säle wieder nach oben. Teilweise sind die Nebengänge ebenfalls mit Leinen versehen. Falls nicht, werden mit dem Reel Jumps gelegt. Unser erster Tauchgang im durchweg glasklaren Wasser dauerte 40 Minuten.

Tauchen macht bekanntlich hungrig und so legten wir erst mal eine Pause ein. Auch Aufwärmen war notwendig, denn die Wassertemperatur lag bei 5 Grad!

Nachdem wir unsere Flaschenpakete gewechselt hatten, unternahmen wir einen zweiten Tauchgang und erkundeten diesmal das Bergwerk auf eigene Faust. Wir entdeckten im 30 m Bereich ein Loch von etwa 80 cm Durchmesser, durch dieses tauchten wir hinunter bis auf 40 m in einen Gang, der durch ein weiteres Loch noch tiefer hinunterführte. Allerdings war hier für uns Schluss, da wir mit Luft tauchten. Also ging es wieder durch das Loch nach oben und ein anderer Nebengang wurde betaucht. Als wir in diesem Gang auf ein an der Wand sitzendes Skelett (natürlich nicht echt!) stießen, hatten wir gleich das Schild mit dem Sensenmann (Stop! Go no farther!) vor Augen. Handelt es sich hier um einen deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl, dass an dieser Stelle Schluss ist oder um einen Gimmick? Um aber die notwendige Drittelregel einhalten zu können, mussten wir zum Hauptgang zurückkehren. Kurz vor dem Ausstieg in der Säulenhalle tauchten wir noch in eine Kammer und deckten unsere Lampen ab. Nachdem sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnten wir zwischen den Säulen, die wie Elefantenfüße aussehen, einen beeindruckenden Blick durch das glasklare Wasser zur beleuchteten Gewölbedecke genießen.

Nach 60 Minuten beendeten wir unseren Tauchgang und traten bei – leider – schlechtem Wetter die Heimreise an. Das war nicht unser letzter Besuch im Alten Kalkbergwerk Miltitz. Und wenn wir dann schon mal in Sachsen sind, ist natürlich auch noch ein Tauchgang im Steinbruch in Kamenz drin!!!

 Bericht von Susi Scherrer, Tauchcenter Karlsruhe

PS: Eine vernünftige Karte vom Bergwerk Miltitz gibt's hier (Dank an das Willyteam).