23 | 07 | 2017
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(Höhlen-)Sternstunden in der Schweiz – Orbe und Chaudanne

Die Kälte der letzten Wochen hatte auch etwas Gutes an sich: endlich konnten unsere Höhlentaucher Oli und Susi wieder in der Unterwelt der Schweiz tauchen.

Am Samstag, den 5.02.2011, trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein gegen 11:00 Uhr mit unseren Schweizer Freunden Bruno und Mario an der Raststätte Deitingen. Nach einem gemeinsamen Kaffee ging es auch schon weiter in das Schweizer Jura zur Orbe, quasi zur Premiere. Die Orbe wurde seinerzeit von Tauchern entdeckt und ist auch eine Schauhöhle, die für Touristen entsprechend gestaltet wurde. Taucher sind dort willkommen und dürfen direkt vor dem Eingang parken, was hinsichtlich des Schleppens der schweren Ausrüstung nicht unpraktisch ist. Der Einstieg liegt im Fluss, der direkt aus dem Felsen kommt. Die Orbe ist aufgrund ihrer Länge, Größe und der Tiefe von maximal 27 m als 2-Stern-Höhle eingeordnet. Es gibt keine Restriktion und die Führungsleine ist gut verlegt. Aufgrund der Gegenströmung, die an den engeren Passagen deutlich zu spüren war, waren die Sichtverhältnisse leider nur mäßig, so ca. 3-4 m. Nach knapp einer halben Stunde erreichten wir die Auftauchstelle, eine große Felsenhalle, die gut ausgeleuchtet ist und auch von Besuchern auf Stegen in ca. 6-7m Höhe passiert wird. Interessiert und neugierig wurden wir von zwei Besuchern bei unseren Aktivitäten beobachtet. Nach kurzer Pause ging es wieder zurück, diesmal mit der Strömung, das spart natürlich Luft und der Rückweg war von der Zeit her natürlich auch kürzer. Trotz der Sichtverhältnisse war es ein sehr schöner Höhlentauchgang.

Leider mussten wir uns von Bruno verabschieden und fuhren zu dritt Richtung Rossiniere zur Chaudanne, die am Sonntagmorgen auf dem Programm stand. Übernachtet haben wir in Montbovon in einer kleinen B & B-Pension. Monsieur Claude und Madame Isabel waren so nett und stellten uns den Heizkeller zum Trocknen unserer Anzüge zur Verfügung. Nach einem gemütlichen Abendessen mit Käsefondue, Rösti und Forelle im Nachbarort Lessoc gingen wir schlafen, denn früh am Morgen wollten wir zur Chaudanne.

Am Sonntagmorgen zeigte das Thermometer trotz Sonnenschein eine Temperatur von 1 Grad an, genau das Richtige für die Chaudanne. Glasklar und spiegelglatt lag der Quelltopf vor uns und versprach ideale Verhältnisse. Die Chaudanne ist eine typische 3-Stern-Höhle. In 5 m Tiefe ist eine Kammer von ca. 9 qm, von dieser führt ein Schacht von etwa 7m Länge in das Höhlensystem. Eine stabile Führungsleine weist den Weg durch Engnisse, Gänge und Schächte.

Wir hatten keine Strömung und eine glasklare Sicht. Auch die Wassertemperatur war mit 8 Grad sehr angenehm. Es war ein toller Tauchgang! Aufgrund der Tiefe und der Dauer war ein Dekompressionsstop von 16 Minuten notwendig, den wir in der Kammer am Quelltopf absolvierten. Zum Zeitvertreib spielten wir ein paar Runden Tic Tac Toe. Wie das funktioniert? Ganz einfach, man nehme einen großen flachen Kieselstein und einen abgeschliffenen Kreidestein. Davon liegt im Quelltopf schließlich genug herum :-).

Nach einem leckeren Käsefondue im Restaurant Chaudanne ging es auch schon wieder Richtung Heimat. Aber nächstes Wochenende sind wir wieder in der Schweiz zum Höhlenschnuppertauchen des cavediving.ch Teams im Bätterich. Sollten die kalten Temperaturen andauern, steht die Chaudanne sonntags auch wieder auf dem Plan!

Bericht von Susi Scherrer, Tauchcenter Karlsruhe