20 | 09 | 2017
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Berechnung der Dekompression

In der Nullzeitberechnung wurden bereits Fälle diskutiert, in denen die Nullzeit abgelaufen ist. In diesem Fall ist ein direkter Aufstieg zur Oberfläche nur unter Einhalten der angebrachten Aufstiegsgeschwindigkeit nicht mehr möglich. Letztlich ist in mindestens einem Kompartiment die Inertgasspannung höher als der vom entsprechenden Kompartiment tolerierte Wert. 

Für die Dekompressionsberechnung wird ausgehend von der aktuellen Tiefe und dem Tauchgangprofil die nächst niedrigere Dekostufe benötigt. Dazu muss die Verweilzeit auf dieser Dekostufe berechnet werden. 

Die Dekostufe erhält man durch die Berechnung des tolerierten Umgebungsdrucks aus Gl. (6)

p_{amb.tol}=\left(p-a\right)*b (6)

Hier wird die höchst mögliche Dekostufe über alle Kompartimente ermittelt, d. h. die Stufe mit dem niedrigst möglichen tolerierten Umgebungsdruck.

Anschließend wird durch Umformung der Sättigungsgleichung in Gl. (1) ähnlich der Nullzeitberechnung die Zeit ermittelt, die auf dieser Dekostufe verbracht werden muss, bevor der gefahrlose Aufstieg zur nächst höheren Dekostufe, also 3 Meter höher aufgestiegen werden kann.

t_{DS}=-\tau*log_2\left(\frac{p_i-p_{tE}}{p_i-p_0}\right) (10)
t_{DS} = Verweilzeit auf Dekostufe bis zum möglichen Aufstieg auf die nächst niedrigere Dekostufe
p_{tE}=\frac {p_{amb}-0,3bar}{b}+a (11)
p_{tE} = tolerierte Gewebeinertgasüberdruck auf der nächst niedrigeren Dekostufe (3 m flacher).

Anders formuliert ist p_{tE} der Gewebeinertgasdruck, der am Ende der Expositionszeit auf der aktuellen Dekostufe erreicht sein muss, um auf die nächst niedriegere Stufe aufsteigen zu können.

Die Einschränkungen bei der Berechnung des Logarithmus gelten analog zu denen der Nullzeitberechnung. 

Gl.(10) funktioniert nur, solange nur ein Inertgas verwendet wird.
Neben der Berechnung der Dekompressionszeit nach Gl. (10) bietet sich die Möglichkeit, ausgehend von Tauchprofil und Umgebungsdruck auf den ersten zulässigen Dekompressionsstopp aufzusteigen. Auf dieser Stufe wird solange verblieben, bis die Berechnung von p_{amb.tol} über alle Kompartimente hinweg den Aufstieg auf die nächst höhere Dekostufe (3m höher) zulässt. 

Das Programm CheckDive arbeitet nach diesem Prinzip. Parallel dazu werden die berechneten Dekostufen und –zeiten angezeigt.